Forschung
Wir führen Forschungen in den Bereichen "Gleichstellung", "Geschlechterdemokratie", "Zukunft der Arbeit" und "Gewalt, Konflikt und Menschenrechte" durch. Die Forschungsergebnisse werden in Gender Trainings, Fortbildungen, Seminaren, Vorträgen und Veröffentlichungen umgesetzt.
MitarbeiterInnen von Dissens e.V. führen Lehraufträge an allen drei Berliner Universitäten und verschiedenen Fachhochschulen durch. Die Erkenntnisse aus der Forschung fließen in Beratungsprojekte zur Umsetzung des Gender Mainstreaming - Konzeptes in öffentlichen Verwaltungen ein.
Enge Kooperationen bestehen zu verschiedenen deutschen und internationalen Institutionen, u.a.: der Technischen Universität Berlin (TU), der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB), der Universität Osnabrück, der Männerberatung Graz, dem Work Research Institute Oslo (WRI), dem Peace Institute Ljubljana.
Aktuelle Projekte
IGIV - Implementation Guidlines for intersectional peer violence prevention
IGIV wird als multilaterales Grundtvig-Projekt im Rahmen der EU-Programme zur Förderung des Lebenslangen Lernens gefördert. Es richtet sich an Pädagog_innen in der Sozial- und Bildungsarbeit.
IGIV verfolgt die Entwicklung einer intersektional erweiterten Bildungs- und Sozialarbeit. Wir beschäftigen uns also damit, wie unter dem Vorzeichen gesellschaftlicher Heterogenität individuelle Förderung gestärkt werden kann und zugleich gesellschaftliche Ausgrenzungen anhand verschiedener Dominanzverhältnisse wie zum Beispiel Rassismen, Geschlechterverhältnisse und Armuts- und Reichtumsverhältnisse abgebaut werden können. In IGIV wird also nicht nur die Förderung von Vielfalt zum pädagogischen Thema, sondern auch die kritische Thematisierung von Dominanzstrukturen.
Im Laufe des Projekts werden Kriterien und Leitlinien zur Implementierung intersektionaler Aspekte in die Sozial- und Bildungsarbeit sowie entsprechende Werkzeuge und Methoden entwickelt, die in einem europäischen Trainingskurs an Fachkräfte vermittelt werden.
Neue Wege für Jungs
Die wissenschaftliche Begleitung der zweiten Phase von Neue Wege für Jungs wird als Kooperation des Zentrums für Schul- und Bildungsforschung der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg und Dissens e.V. Berlin durchgeführt und hat eine Laufzeit vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2010.
Jungenarbeit und Schule
Geschlechterreflektierte Arbeit mit Jungen an der Schule als Prävention rechtsextremer Einstellungen und Handlungsmuster
Eine Weiterbildung für LehrerInnen und SozialpädagogInnen.
Xenos Projekt (August 2009 - Juli 2012).
Ein Ziel geschlechterreflektierter Jungenarbeit ist die Förderung von Sozialkompetenzen und Bildungschancen männlicher Jugendlicher. Geschlechterreflektierte Arbeit mit Jungen ist damit auch im Schulbereich ein wichtiger Zugang für die Bearbeitung lebensperspektivischer Fragestellungen von männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Das Weiterbildungsangebot richtet sich an LehrerInnen und SozialpädagogInnen in Schule und beruflicher Ausbildung.
Jungenarbeit und Schule Homepage
STAMINA
Formation of non-violent behaviour in school and leisure time among youths from violent families.
Die Formung gewalttätigen Verhaltens bei Jugendlichen zwischen Elternhaus, Peergruppe und Schule: Wenn sich trotz allem Gewaltfreiheit einstellt (2009 - 2011).
Dieses Projekt ist Teil des Daphne III Programms zur Bekämpfung von Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen der Europäischen Kommission und wird finanziell durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt.
Kontakt: <mart.busche@dissens.de>
Abgeschlossene Projekte
Männer in der Ausbildung zum Erzieher und in Kindertagesstätten
Am 01.09.2008 fiel der offizielle Startschuss für das Forschungsprojekt "Männer in der Ausbildung zum Erzieher und in Kindertagesstätten". Das Projekt befasst sich mit der Frage, wie Ausbildungs-, Arbeits- und Rahmenbedingungen gestaltet werden sollten, um den Anteil und Verbleib von Männern in Ausbildungseinrichtungen und Kindertagesstätten zu befördern.
PeerThink
Konzepte und Methoden für eine gewaltpräventive, intersektionale Jugendarbeit. Für Lehrer_innen, Trainer_innen, Erzieher_innen und Jugendliche PeerThink zielt auf die Entwicklung einer gewaltpräventiven Arbeit mit Jugendlichen ab, die Kategorien wie Gender, Ethnizität, Religion, Bildungshintergrund sowie weitere soziale Strukturen systematisch mit einbezieht. Um eine effektive gewaltpräventive Arbeit zu praktizieren sind diese Kategorien systematisch in ihren Überscheidungen zu berücksichtigen, d.h. die Arbeit wird "intersektional". Dieser neue Ansatz wird im Rahmen von PeerThink erprobt und evaluiert werden.
Intersektionale Gewaltprävention
Dissens e.V. führt seit dem 01.08.2007 das Projekt Intersektionale Gewaltprävention in dem Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf durch. In dem auf zwei Jahre angelegten Projekt wird eine praxisnahe Qualifizierung von pädagogischen Fachkräften in ihrer Arbeit mit Jugendlichen entwickelt. Der Schwerpunkt liegt auf Gewaltprävention in der sozialen Arbeit mit Jugendlichen unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Kategorien Geschlecht, soziale Klasse und Ethnizität.
Ein Ansatz der Intersektionalitätsforschung ist der Gewaltprävention bisher kaum erprobt. So werden wir in dem Projekt auf unterschiedliche Erfahrungen zurückgreifen, wie sie zum Beispiel in Ansätzen der geschlechterreflektierenden und transkulturellen Arbeit wie auch in der Antidiskriminierungsarbeit und in Empowermentansätzen gemacht werden.
Work with Perpetrators of Domestic Violence in Europe
Projektinformation
Im Rahmen des Projekts Daphne II "Arbeit mit Tätern häuslicher Gewalt (WWP - Work with Perpetrators of Domestic Violence)" wurden verschiedene Ressourcen für Fachleute, Wissenschaftler und Entscheidungsträger, die im Bereich der Arbeit mit Tätern häuslicher Gewalt tätig sind, ausgearbeitet. Ihre Zielsetzung ist es, eine Basis für den Austausch über gute Praxis und hohe Qualitätsstandards in der Arbeit mit männlichen Tätern häuslicher Gewalt in Europa zu schaffen, insbesondere im Hinblick auf den Schutz und die Sicherheit der Opfer von häuslicher Gewalt.
Folgende Ressourcen werden angeboten:
- Zugang zu den Daten der Erhebung in detaillierter Form, die im Zuge der Erhebung unter den Programmen in der Arbeit mit männlichen Tätern häuslicher Gewalt in der EU gesammelt wurden.
- Informationen über Möglichkeiten, an der Erhebung teilzunehmen (Erhebung Update) und bereits erhobene Daten der Erhebung zu aktualisieren.
- Der Fragebogen der Erhebung.
- Kurzinformationen zu den einzelnen Ländern mit einem nach Staaten geordneten Überblick über ausgewählte Aspekte von Interventionsmaßnahmen in Fällen häuslicher Gewalt für den Großteil der Staaten der EU.
- Richtlinien zur Entwicklung von Standards für Programme in der Arbeit mit männlichen Tätern häuslicher Gewalt.
- Eine Zusammenstellung wichtiger Aspekte der Dokumentation und Evaluierung von Programmen in der Arbeit mit Tätern häuslicher Gewalt.
- Links zu weiteren relevanten Informationen zum Thema häusliche Gewalt und Arbeit mit Tätern.
Hauptzielgruppe sind neben den Praktiker/innen der Täterarbeit Häusliche Gewalt professionell Tätige, die in ihrem Arbeitsfeld mit häuslicher Gewalt konfrontiert sind, wie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Polizei, Staatsanwaltschaft, Frauenhäusern und Beratungsstellen etc.. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, notwendige Informationen für die Politik bereitzustellen, um Interventionsstrategien gegen häusliche Gewalt zu fördern und die Rahmenbedingungen für Täterarbeit nach internationalen "Best Practice"-Erkenntnissen zu gestalten.
Gender Loops
Gender Mainstreaming Implementierungsstrategien für die Aus- und Fortbildung im Bereich der frühkindlichen Erziehung und für Kindertageseinrichtungen
In der Zeit vom 1.10.2006 bis zum 30.09.2008 koordiniert Dissens e.V. das europäische Pilotprojekt Gender Loops.
Das Projekt wird durch das EU-Berufsbildungsprogramm LEONARDO DA VINCI finanziert und setzt sich zum Ziel, ein Curriculum zur Implementierung von Gender Mainstreaming für die Aus- und Fortbildung von Erzieher/innen zu erstellen. Weiterhin werden praktische Methoden, Materialien und Gender-Analyse-Instrumente zur Umsetzung von Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen entwickelt und praktisch erprobt.
Im Projekt arbeiten Partnerorganisationen aus den Ländern Deutschland, Litauen, Norwegen, Spanien und der Türkei zusammen.
Die ersten Auswertungsergebnisse der quantitativen und qualitativen Erhebung zur Umsetzung von geschlechtsbezogenen Unterrichtsangeboten in der Erzieher/innenausbildung stehen zur Verfügung.
FOCUS - Fostering Caring Masculinities
Das Projekt FOCUS zielt auf die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern, indem die Bereitschaft von Männern, Fürsorge- und Pflegeaufgaben (Caring) zu übernehmen, gefördert wird und langfristig die Vereinbarkeitsbedingungen zwischen Erwerbsarbeit und Privat- und Familienleben von Männer verbessert werden.
Die Zielgruppen des Projektes sind EntscheidungsträgerInnen und Beschäftigte als Veränderungsakteure von Gleichstellungsprozessen innerhalb von Unternehmen und Organisationen. Darüber hinaus gehören zur Zielgruppe VertreterInnen der Gewerkschaften und Unternehmensverbände, Politik und Medien sowie geschlechtliche GleichstellungsexpertInnen und BeraterInnen.
Im Projekt arbeiten Partner aus fünf Ländern zusammen: Deutschland, Island, Slowenien, Spanien und Norwegen.
Das Projekt läuft von November 2005 bis Januar 2007, mit Unterstützung des Gleichstellungsaktionsprogrammes der europäischen Kommission.
FOCUS Konferenz
Vom 20. bis 22. Oktober 2006 fand im nordspanischen Girona die Konferenz Fostering Caring Masculinities (FOCUS) statt. Hauptredner war Victor J. Seidler aus London. Das laufende Projekt FOCUS zielt darauf ab, die Vereinbarkeitsbedingungen zwischen Erwerbsarbeit und Privat- und Familienleben von Männern zu untersuchen und zu verbessern. Männer sollen ermutigt werden, Fürsorge- und Pflegeaufgaben (Caring) zu übernehmen.
Gemeinsam mit unseren Kollegen aus Island, Slowenien, Norwegen und Spanien haben Mitarbeiter von Dissens die länderspezifischen und vergleichenden Projektergebnisse präsentiert und über künftige Leitfäden zur Förderung fürsorge-orientierter Lebenspraxen von Männern diskutiert. Stefan Beier (genderWerk) und Marc Gärtner (Dissens) führten auch einen Workshop zum Thema "Work-life Balance für Männer" durch, der sehr gut aufgenommen wurde.
Die Frankfurter Rundschau berichtet über das Projekt.
GemTrEx - Professionalisierung für Gender-TrainerInnen und -ExpertInnen 2006-2008
GemTrEx ist ein Grundtvig 1 Projekt im Programm Sokrates und eröffnet eine interdisziplinäre und internationale Professionalisierungsmöglichkeit zu Geschlechterpolitik/ "gender issues" in der Erwachsenbildung.
Auf der Basis von Bedarfsanalysen, bereits bestehenden nationalen Lehrgängen und Tools zu Gender Kompetenz und Gender Forschung wurde ein modellhaftes Ausbildungscompendium und weitere Produkte für die internationale Qualifizierung von Gender TrainerInnen und ExpertInnen entwickelt.
Mehr Information /
GemTrEx Website
Dialogue between the Genders
Dialogue between the Genders ist ein 24 Monate dauerndes europäisches Projekt (Sokrates, Grundtvig1), mit dem Ziel, Gender-Kurse in der Bildungsarbeit (Train the Trainer) zu entwickeln. Die Kurse richten sich an Beschäftige, TrainerInnen und MultiplikatorInnen in der Bildungsarbeit, im Bereich Familie, Eltern, Jugend, benachteiligte Gruppen und Gesundheitserziehung.
Neue Wege für Jungs
Dissens führte die wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts Neue Wege für Jungs von 2005 bis 2007 durch.
CAHRV
Das EU-Projekt Co-ordination Action on Human Rights Violations (CAHRV) startete 2004.
CAHRV ist eine Kooperation von Forschungsinstituten, politischen Netzwerken und einzelnen ForscherInnen und widmet sich Menschenrechtsverletzungen im Kontext von interpersonalen Beziehungen. Hauptziele des Projektes sind der Austausch und die Integrierung paralleler Forschungsdiskurse, die Anregung neuer interdisziplinärer und transnationaler Forschungsprojekte, die Unterstützung von Praxis, Politik und Wissenschaft durch Förderung des Austausches und der Verbreitung der Forschungsergebnisse.
Work Changes Gender
Dissens e.V. war als Koordinator an dem EU-Forschungsprojekt (5.FP) "Work Changes Gender" (2001-2003) beteiligt. Das dreijährige Forschungsprojekt befasste sich im europäischen Vergleich mit den aktuellen Umbrüchen in männlichen Arbeitsverhältnissen, den Zusammenhängen zur Veränderung des männlichen Selbstverständnisses und den darin enthaltenen Möglichkeiten für die Gleichstellung der Geschlechter.
Die Forschungsergebnisse wurden auf englisch veröffentlicht in:
Ralf Puchert, Marc Gärtner Stephan Höyng (eds.): Work Changes Gender: Men and Equality in the Transition of Labour Forms, Verlag Barbara Budrich. Leverkusen-Opladen, 2005.
Gewalt gegen Männer
Dissens e.V. Berlin, das Institut "Forsche Männer & Frauen" in Ebringen (ehemals GEFOWE in Eckenhaid) und das SOKO-Institut in Bielefeld, führten die Pilotstudie "Gewalt gegen Männern in Deutschland" von Ende 2002 bis Mitte 2004 im Auftrag des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durch.
Gewalt gegen Männer ist ein bekanntes, aber weitgehend "unsichtbares" Phänomen. Gewalt durch andere Personen trifft Männer und Jungen auf der Straße, in der Schule, am Arbeitsplatz, beim Militär, im Krieg und im häuslichen Bereich in körperlicher, psychischer und sexualisierter Form. Sie ist so alltäglich, dass sie kaum ins Bewusstsein dringt.
Die Studie liefert neue Erkenntnisse zur Frage der Forschungszugänge zum Thema und versucht den Umfang der Gewalt gegen Männer (durch andere Personen) zu umreißen. Darüber hinaus werden erstmals Zahlen über die Gewalterfahrungen von Männern im häuslichen wie außerhäuslichen Bereich erhoben. Sie lassen aufgrund der kleinen Stichprobe keine Verallgemeinerung auf die Gesamtheit aller Männer in Deutschland zu, geben aber erste Anhaltspunkte für die Gewaltbetroffenheit von Männern.
Die Ergebnisse sind als Buch erschienen:
Ludger Jungnitz, Hans-Joachim Lenz, Ralf Puchert, Henry Puhe, Willi Walter (Hrsg.)
Gewalt gegen Männer. Personale Gewaltwiderfahrnisse von Männern in Deutschland.
Verlag Barbara Budrich 2007
307 Seiten. Kart.
28,00 Euro (D), 28,80 Euro (A), 49,00 SFr
ISBN 978-3-86649-009-3
Der vollständige Abschlussbericht steht auf der Website des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als PDF-Datei zur Verfügung.
Deutsche und englische Kurzfassungen können ebenfalls als Broschüre bestellt werden.
Innerbetriebliche Gleichstellung
In Kooperation mit der Technischen Universität und der Freien Universität Berlin wurde ein mehrjähriges Forschungsprojekt (1993-1995) durchgeführt zum Thema "Innerbetriebliche Gleichstellung - Reaktionen Männern auf Frauenfördermaßnahmen".
Die Ergebnisse finden sich in dem Buch:
Ralf Puchert, Stephan Höyng: Die Verhinderung der beruflichen Gleichstellung. Männliche Verhaltensweisen und männerbündische Kultur. Bielefeld, 1998.



